Lernen Deine Mitarbeiter aus Fehlern?

der Königsblog: ein Werkzeug wie Du wünschenswerte Verhaltensweise konsequent verstärkst
By Martin König 3 years ago

Lieber Leser,
kennst Du das auch? Einer meiner Kunden, nennen wir Ihn Peter, beklagte sich im Coaching darüber, dass zwei seiner Mitarbeiter seit ihrer Einstellung schlechte Arbeiten ablieferten und sich nicht entwickelten. Emotional, wütend und verzweifelt schilderte er, dass sich trotz mehrmaliger Ermahnungen und vieler Gespräche nichts änderte. Er fragte mich ob die Trennung von diesen beiden Mitarbeitern unausweichlich sei. Ich wollte wissen, ob seine Mitarbeiter aus Fehlern wirklich gar nichts lernten und stellte Peter eine Gegenfrage: „Hast Du ein System, um die Entwicklung deiner Mitarbeiter objektiv zu messen?“ Mit grossen Augen sah Peter mich an. „Wozu brauche ich ein System, fragte er.“

Mitarbeiter machen Fehler. Doch nur mit einem System erkennen Führungskräfte rechtzeitig, ob eine Trennung vom Mitarbeiter unausweichlich ist. Ohne klare Messgrössen lässt sich so eine Entscheidung nicht treffen. Vor allem nicht, wenn Wut, Frust und Enttäuschung die Wahrnehmung trügen.

Ich persönlich habe sehr gute Erfahrungen mit den dem ABC Mitarbeiter Feedbacksystem gemacht. Dieses System möchte ich dir heute vorstellen. Das ABC Mitarbeiter Feedbacksystem besteht aus 13 Fragen, die die Einstellungen, Aufgaben und Tätigkeiten eines Menschen am Arbeitsplatz beschreiben. Alle diese 13 Bereiche kann der Mitarbeiter selbst steuern und beeinflussen. Meine Erfahrung zeigt, dass die Selbsteinschätzung des Mitarbeiters sehr gut ist. Du kannst ihn diese Fragen also selbst beantworten lassen und zum Gesprächsanlass nehmen. Mit diesen systematischen Fragen hast Du als Führungskraft die Möglichkeit eine objektive und nachvollziehbare Aussage über die Leistung des Mitarbeiters zu machen. Der Mitarbeiter selbst sieht genau, wo er sich verbessern könnte und bekommt die Chance, Verbesserungen umzusetzen.

Das System hilft jedoch nicht nur dem Mitarbeiter, sondern es hilft auch Dir. Du hast damit ein geniales Instrument, um zu überblicken, wo Dein Mitarbeiter steht und wo er besser werden sollte. Gib deinem Mitarbeiter einen zeitlichen Rahmen vor, um sich in den kritischen Bereichen zu verbessern. Damit schaffst Du klare, faire Spielregeln und setzt als Führungskraft wichtige Grenzen. Du selbst leidest nicht länger als nötig unter einem Mitarbeiter, der deine Vorgaben nicht erfüllt.

Mein Tipp: Lass die Messgrössen A, B und C weg, wenn Du das System in Deinem Team einführst. Wer will sich selbst schon gern als C-Mitarbeiter titulieren? Diese Einteilung macht den Mitarbeitern am Anfang unnötig Angst. Sobald das System etabliert ist kannst Du die Einstufung im Nachgang einführen.

Ganz wichtig: Denk daran, dass dieses System die guten Mitarbeiter motiviert und wünschenswerte Verhaltensweisen verstärkt. Mach dir bei der Einführung bitte keine Sorgen, wie schlechte Mitarbeiter reagieren könnten. (Solche Sorgen sind nur ein weiterer Beweis, wie viel Energie eine unbefriedigende Zusammenarbeit dir absaugt).

Sollte es keine Verbesserungen geben, muss du die Verantwortung übernehmen und Konsequenzen ziehen. Doch zumindest hast du dann ein objektives System als Grundlage und weisst, dass du alles Führungskraft deine Möglichkeiten im sinnvollen Rahmen ausgeschöpft hast.

DER KÖNIGS-WEG:

Lade Dein neues Feedback-System herunter und nutze die kommende Woche, um es bei deinen Mitarbeitern einzuführen. Lass jeden Mitarbeiter sich selbst bewerten und gleiche die Ergebnisse mit deinen persönlichen Einschätzungen und Beobachtungen ab. Nutze dieses System als Kompass für Veränderung, Verbesserung und Mitarbeiterführung.

Ein schönes Wochenende und herzliche Grüsse

Dein
Martin König

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Category:
  Führung