Wie werde ich zum Steve Jobs in meiner Branche.

Während der Normalverbraucher noch mit dem Kabelsalat des Kassettenrekorders kämpfte, hatte Steve Jobs schon die Vision vom iPod im Kopf: 1.000 Songs in Deiner Hosentasche! Wie bringe ich das in meinem Unternehmensbereich hin, mit Kontinuität? Lerne von den besten: Schaffe Zeiten und Räume, in denen die Zukunft gestaltet werden kann und integriere das in Deine Unternehmensprozesse.
By Martin König 2 years ago
Werde zum Erfinder mit dem Zukunftsprozess

Lieber Leser,
kennst Du das auch? Der Anrufbeantworter blinkt, die Mailbox ist voll, und im Minutentakt flattern neue E-Mails in Deinen elektronischen Briefkasten. Vor lauter Managen ist es manchmal sehr, sehr schwer, den Blick fürs Ganze und Blick für die Zukunft nicht zu verlieren. Deinen Mitarbeitern geht es ähnlich. Daher ist es wichtig, dass Du als Führungskraft dafür sorgst, dass die Zukunft nicht unter die Räder kommt.

Letzte Woche habe ich Dir verraten, warum du ein Z-Team (Zukunfts-Team) gründen sollst. Heute verrate ich Dir, wie Du Dein Zukunfts-Team zusammenstellst und wie es am besten funktioniert. Das sind die wichtigsten Fragen für Z-Teams:

  • Haben wir in Zukunft dieselben Kunden wie heute? Worin unterscheidet sich die Kunden von morgen?
  • Wie werden die Branchen von morgen aussehen?
  • Wie wird der Wettbewerb aussehen?
  • Welche strategischen Fähigkeiten müssen wir entwickeln, um uns am Markt durchzusetzen?

Mein Tipp für Innovationen: Verlang nicht immer „neu“, verlang vor allem „anders“. Lerne Bestehendes kreativ zu kombinieren, dann kann was neues entstehen.

So gehst Du vor:

  1. Bilde Dein Z-Team!
    Bilde ein Z-Team aus möglichst unterschiedlichen Menschen. Neu eingestellte Mitarbeiter, Auszubildende und/oder Praktikanten eignen sich besonders gut dafür, weil sie noch nicht betriebsblind sind. Um von langjährigen Erfahrungen zu profitieren, empfehle ich Dir ausserdem, einige Mitarbeiter in das Z-Team zu holen, die schon lange im Unternehmen sind. Das Z-Team sollte auf keinen Fall nur aus Führungskräften bestehen!
  2. Lege fest, was Du suchst
    Im ersten gemeinsamen Meeting legst Du die Aufgabenstellung und die Rahmenbedingungen fest. Jedem Mitglied im Z-Team muss klar sein, dass es hier um neue Ideen geht. Kläre, ob Du nach einem neuen Produkt, einer neuen Dienstleistung oder einem komplett neuen Geschäftsmodell suchst. Die Rahmenbedingungen werden meist von der Geschäftsleitung festgelegt, z. B. die Höhe des Investitionsvolumens.
  3. Sei kreativ und lass die Ideen sprudeln!
    Sammle als Erstes so viele Ideen wie möglich, egal ob sie gut oder schlecht sind! Will ein Z-Team richtig kreativ sein, heisst die Devise: Alle Ideen auf den Tisch! Ohne zu bewerten! Mach Dir bewusst: Hier und jetzt sammelst Du das Rohmaterial – verarbeitet wird später. Du musst dabei nur die vorher festgelegten Rahmenbedingungen beachten.
  4. Sortiere die Ideen, bewerte sie und finde die lukrativsten heraus!
    Um die vielen Ideen richtig und objektiv zu bewerten, brauchst Du klare und nachvollziehbare Kriterien. Anhand dieser Kriterien entscheiden dann alle gemeinsam, ob eine Idee weiterverfolgt wird oder nicht. Niemand soll am Ende sagen dürfen: „Meine Idee fanden natürlich alle doof!“
    Erstelle jetzt eine Entscheidungstabelle. Jede Idee kommt in eine eigene Spalte. In jede Zeile kommt ein Entscheidungskriterium, z. B. Schnelligkeit bei der Umsetzung, Investitionsvolumen oder Anzahl potenzieller Wettbewerber. Fülle nun die Matrix, indem Du entweder Punkte vergibst oder Plus- bzw. Minuszeichen setzt. Am Ende hast Du dann vielleicht drei, fünf, vielleicht aber auch zehn Ideen, die besonders viele Punkte oder Pluszeichen bekommen haben. Das sind Deine vorläufigen Favoriten.
  5. Starte eine Kurz-Recherche!
    Benenne am besten für jede Idee ein Mitglied aus dem Z-Team als Beauftragten. Starte als Nächstes für jeden Deiner vorläufigen Favoriten eine Kurz-Recherche. Ermittle z. B., wie der Markt für die Idee aussieht, wer genau die Zielgruppe ist oder welche technischen Voraussetzungen für die Umsetzung der Idee geschaffen werden müssen. Am Ende der Recherche präsentieren die Verantwortlichen ihre Ergebnisse im Team und beantworten alle aufkommenden Fragen. Ziel ist, dass jeder im Z-Team eine Vorstellung von der Umsetzbarkeit der jeweiligen Idee bekommt.
  6. Entscheidet gemeinsam!
    Jetzt muss sich das ganze Z-Team für eine bis maximal drei Ideen entscheiden, die der Geschäftsleitung zur Umsetzung vorgeschlagen werden. Das sind die Top-Favoriten, die sowohl in der Entscheidungstabelle die meisten Punkte bekommen als auch die anschliessende Recherchephase erfolgreich bestanden haben. Es sind die besten Ideen innerhalb der gesetzten Rahmenbedingungen, von denen das Z-Team gleichzeitig überzeugt ist, dass sie auch problemlos umsetzbar sind und sich am Markt durchsetzen können.
  7. Exposé für Budget-Freigabe
    Habt Ihr Euch entschieden, schreibt Ihr zu allen Euren Top-Ideen jeweils ein Kurz-Exposé für die Geschäftsleitung. Auf ungefähr drei Seiten fasst ihr die wichtigsten entscheidungsrelevanten Fakten zusammen. Nun ist Eure Geschäftsleitung am Zug: Soll in die Idee investiert werden oder nicht? Das Z-Team hat seine Aufgabe erledigt und löst sich auf. Sobald wieder neue Ideen gebraucht werden, wird ein weiteres Z-Team mit anderen Gesichtern gebildet.

DEIN KÖNIGSWEG – Integriere diesen Prozess in Dein Unternehmen:

Nutze Deinen Gestaltungsraum. Wenn Du erklärst, dass Du den Umsatz von morgen sichern möchtest, hat Dein Chef Interesse. Sollte Deine Geschäftsführung für Innovationen nicht offen sein, dann nutze die Möglichkeiten, die Du in Deinem Bereich hast, Verbesserungen voranzutreiben. Gerne komme ich zu Euch und halte einen Impulsvortrag, um alle Interessenten für das wichtige Thema Zukunftsgestaltung zu sensibilisieren. Du kannst natürlich auch selbst loslegen. Nächste Woche verrate ich Dir, was bei der Meeting-Kultur wichtig ist, damit gute Ergebnisse erzielt werden.

Und vergiss nicht: Wenn Du Hilfe brauchst, meld Dich einfach bei mir: martin.koenig@durchblick.coach. Solche Z-Teams zu etablieren und zum Leben zu erwecken gehört zu meiner Kernkompetenz.

Herzliche Grüsse
Dein Martin König

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Category:
  Strategie