Wieviel Geiz ist geil?

Ethisch, edel und gut sollen die Führungskräfte von heute sein. Profitgier ist out! Geiz ist geil, aber nur dann, wenn Verbraucher das beste Schnäppchen schlagen. Arbeitgeber sollen zahlen – und zwar anständig. Warum Du als Führungskraft unbedingt eine gesunde Profitkultur brauchst und wie Du diese vorlebst, zeigt Dir dieser Beitrag.
By Martin König 3 years ago

Lieber Leser,

hast Du gewusst, dass 90 Prozent der wirtschaftlichen Leistung in westlichen Nationen von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) erbracht werden? KMU sind das Rückgrat der Wirtschaft, und in fast allen dieser Betriebe geht es sehr bodenständig zu. Verwaltungsräte werden bestätigen, dass in den meisten KMU niemand unverschämt oder unangemessen absahnt. Doch wie viel Profit ist für ein gesundes Unternehmen angemessen?

Gesunde Unternehmen müssen Profit machen, um in schlechten Zeiten investieren und überleben zu können. Leider aber machen viele KMU zu wenig oder keinen Profit. Die Hintergründe sind vielfältig und können äusseren Umständen geschuldet sein. Häufig beobachte ich, dass Unternehmen sich in guten Zeiten sogar schämen, wenn der Profit zu hoch ist. Andere werden verschwenderisch und versäumen es, satte Rückstellungen zu bilden, um die Weiterführung des Betriebs auch in Krisenzeiten zu gewährleisten.

Wenn Du nicht in einer Kirche, einer Armee oder für den Staat arbeitest, ist der Profitgedanke für Dich als Führungskraft das tägliche Brot. Lerne, den Profitgedanken auf eine positive Weise auf dich und dein Team zu übertragen – Sowohl in guten als auch in schlechten Zeiten. Spätestens dann, wenn Kurzarbeit oder andere unbequeme Sparmassnahmen eingeführt werden müssen, wünscht sich jeder Mitarbeiter, dass man in den besseren Zeiten weniger verschwendet und sich mehr bemüht hätte. Denn in solchen Zeiten ist das einfach.

«Sparmassnahmen muss man dann ergreifen, wenn man viel Geld verdient.
Sobald man in den roten Zahlen ist, ist es zu spät. »Jean Paul Getty

 

DER KÖNIGSWEG:

Wecke als Führungskraft den Unternehmer in Dir. Profit muss nicht schlecht sein, sofern er verantwortungsvoll erwirtschaftet und genutzt wird. Schaffe deshalb eine Profitkultur, in der es allen gutgeht und in der selbstverständlich auch mal gefeiert werden kann, siehe dazu den Blog zum Thema feiern.

So gehst Du als Vorbild für eine gesunde Profitkultur voran:

  • Achte auch in guten Zeiten auf die Kosten. Fange bei Dir selbst an und bedenke, dass selbst Kleinigkeiten zählen.
  • Überprüfe die Kosten Deines Teams regelmässig und kommuniziere die Zahlen offen, um Kostenbewusstsein zu schaffen.
  • Verrate dem Team nach Projektabschluss, wie viel Gewinn oder Verlust das Projekt dem Unternehmen eingebracht hat.
  • Zeige deinen Mitarbeitern auf, dass Profit durch Leistung entsteht und die Leistung durch Forderung eingebracht werden kann.
  • Skizziere auch mal ein extremes Beispiel, welche Folgen ein Projektverlust haben kann.
  • Erkläre Deinem Team, warum ein Unternehmen Profit machen muss und was das für jeden einzelnen Mitarbeiter bedeutet.
  • Vergiss nicht: Das Resultat bei einem erfolgreichen Geschäft sind zufriedene Kunden, zufriedene Mitarbeiter, eine zufriedene Geschäftsleitung – und zufriedene Gläubiger.

Dein
Martin König

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Category:
  Führung