Wieviel Leader steckt wirklich in Dir? Der 10-Punkte-Check

Veränderungen sind bei Mitarbeitern so beliebt wie Zahnarztbesuche bei Angstpatienten. Das musste auch Boris (Name geändert), mein Kunde feststellen. «Agil arbeiten» weckte bei einem Teil seines Teams große Neugier. Doch dann war da noch der andere Teil des Teams. Und dieser fürchtete Veränderungen wie der Teufel das Weihwasser
By Martin König 6 months ago
Leadership kann gelernt werden

Lieber Leser,

geht es Dir wir Boris? Hast Du auch Behinderer in Deinem Team, die alles tun, um den Status Quo zu erhalten und Veränderungen abzuwehren?

Ich kann die Argumente aller Beteiligten in Boris Team nachvollziehen: Die Behinderter hatten Angst vor der Veränderung. Angst ist ansteckend. Da auch der Abteilungsleiter um seinen Posten fürchtete, dauerte es nicht lange und alle Beteiligten sahen Schwarz. Eine Tragödie fürs Unternehmen.

Die Schuld fürs Scheitern wurde wie der Schwarze Peter im Kartenspiel von einem zum anderen geschoben: «Ein Manager ohne Rückgrat» sagten die einen. «Bornierte Behinderter» schimpften die anderen. Die Befürworter wurden «Naive Idealisten» abgestempelt.

Gerade in solchen Umbruchzeiten, wenn ein Unternehmen aus der Gegenwart in die Zukunft geführt werden muss, ist Führung mehr denn je gefragt. Deshalb möchte ich für Dich die Aufgaben einer Führungskraft noch einmal klar beleuchten. Weisst Du, was einen Leader von einem Manager unterscheidet. Diese Übersicht bringt es auf den Punkt:

  Manager Leader
1 Treibt Mitarbeiter an Coached Mitarbeiter
2 Verlässt sich auf Autorität Verlässt sich auf Wohlwollen
3 Erweckt Angst Erzeugt Enthusiasmus
4 Sagt “ich” Sagt “wir”
5 Gibt anderen die Schuld für einen Zusammenbruch Repariert den Zusammenbruch
6 Weiss wie es gemacht werden muss Zeigt wie es gemacht werden muss
7 Verwendet Menschen Entwickelt Menschen
8 Nimmt Anerkennung für sich in Anspruch Verteilt Anerkennung
9 Befiehlt Fragt
10 Sagt “Erledigt die Arbeit” Sagt “Lass es uns anpacken”

Ich bin überzeugt, dass Du noch viele weitere Beispiele hast. Die Liste ist auf keinen Fall abschliessend.

Der Königs-Weg: Reflektiere und Pack an

Wie ist das bei Deinem Chef? Und wie ist das bei Dir? Überlege Dir, wie viele Kreuze Du ehrlich bei «Manager» und wie viele bei «Leader» setzen würdest.

Wenn Du das wirklich ändern möchtest, mach folgendes:

  • Schreib Dir die Manager-Aspekt – also die negativen – auf ein Post-It und kleb das Ding an einen für Dich prominenten Ort.
  • Zirkuliere die Post-It alle paar Tage.

Wieso soll ich den Müll aufschreiben? Wenn Du Dir den positiven Aspekt hinschreibst, wirst Du weiter Träumen und Wünsche formulieren. Wenn Du den negativen anschaust, weisst Du wo Du anpacken musst: Du fängst an zu handeln und das führt zur Formung eines Leaders.

Ein Manager hat bezahlte Untergebene, ein Leader hat loyale Gefolgsleute. Genau deshalb kann ein Leader in schwierigen Change-Prozessen erfolgreich steuern, während der Manager kläglich scheitert. Mein Apell an Dich: Zügele den Manager und fördere den Leader in Dir!

Dabei wünsche ich Dir viel Erfolg.
Dein
Martin König

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Category:
  Führung